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ICH MÖCHT MIT DIR SOFORT ... ein humorvoller Chansonabend
mit Simone Danaylowa (Diseuse, Akkordeon und Piano) und Matthias Ehrig (Gitarre)
Boa oder Kittelschürze, Klavier oder Akkordeon, dieser oder jener Mann, Brille oder Zylinder, mit oder ohne Mikrophon, Swing,
Musette oder Bossa Nova. Sie kann sich nicht entscheiden. Virtuos und kabarettistisch spielt und singt Simone Danaylowa begleitet von dem Gitarristen Matthias Ehrig. Für den hat sie
sich entschieden. An diesem Abend.
Chansons und Texte aus den 20er Jahren bis heute (Holländer, Ringelnatz, Kändler, Danaylowa u.a.), Geschichten von dramatischen, witzigen oder skurilen Begebenheiten.
Frage: "Herr Hollaender, wie entsteht ein gutes Chanson?" Antwort: "Also, man nehme eine Tüte voller Pariser Luft, eine Prise Berliner Witz, einen
originellen Einfall (aber nur einen), fabuliere eine kleine Geschichte mit drei, vier Strophen und passe auf, dass die letzte Strophe mit der richtigen Pointe schließe" .
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LVZ am 12.10.2009 Bis auf die Schürze … Danaylowas Chanson-Programm im Frosch Café
Das Ambiente war perfekt: Draußen leuchteten kalt die Lichter auf regennassem Asphalt, drinnen flackerten die Kerzen auf den Tischen. Draußen pfiff der Wind um
die Ecken, drinnen sang Simone Danaylowa dem Publikum Lieder von Liebesfreud und –leid. „Ich möcht’ mit dir sofort…“ heißt ihr ne
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Foto: Wolfgang Zeyen Auch gern mal Vamp: Sängerin und Musikerin Simone Danaylowa. |
ues Programm, am Samstag hatte es im Frosch Café Premiere. Ein „humorvoller Chanson-Abend“ wurde versprochen. Mit dem Humor war’s zwar nicht allzu weit her, dafür
aber angenehm und unterhaltsam. Auch, wenn darin eben wieder ein altbekanntes Dilemma mitschwingt. Nein, gemeint ist nicht die Holprigkeit, mit der Danaylowa ihren
Liederreigen startete. Das sind nur die verzeihlichen Premieren-Tücken, die schnell verblassen und im zweiten, im gelungeneren Teil des Programms, gänzlich vergessen sind.
Das Manko, so könnte man sagen, ist die Kittelschürze. Die hängt im Bühnenhintergrund, neben Zylinder und Boa. Neben den kleinen
Verkleidungen, die sich die Künstlerin gönnt, die Wirkung der Chansons damit spielerisch verstärkend. Danaylowa singt als Diva,
Vamp, verliebtes Mädchen. Grantig, verträumt, übermütig schlendert sie zwischen Tango, Musette, Bossa Nova. Lässt sich an Akkordeon
oder Klavier mit dem sie begleitenden Gitarristen Matthias Ehrig zu hübschen, jazzbeflügelten Instrumental-Dialogen ein. Kredenzt
Eigenes, wenn sie vom gut riechenden Fahrstuhlführer schwärmt. Interpretiert ruppig-lässig Brecht/Weill (Surabaya Johnny), wunderbar
Ringelnatz (Die Ameisen), angemessen sexy Elvis’ „Fever“ und rührt mit Borcherts „Laternentraum“. Da gelingen schöne Momente, die ihren Zauber vornehmlich aus einer leisen,
dabei gar nicht weinerlichen Melancholie speisen. Das passt Danaylowa sehr gut.
Was ihr überhaupt nicht passt: die Kittelschürze. Und die Lustigkeiten, die gewissermaßen unter der Ägide dieses
Kleidungsrequisits – auch wenn Danaylowa es nicht trägt – zum Besten gegeben werden. Jene altbackenen
Männer-und-Frauen-verstehen-sich-nicht-Kamellen, die noch auf jeder Brettl-Bühne immer irgendwann serviert
werden und die so frisch schmecken wie Weihnachtsstollen Ende Februar. Genau dazu aber, um beim
altbekannten Dilemma zu bleiben, sagt das Publikum besonders herzhaft Danke. Steffen Georgi |
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