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Panorama

WachenschwanzSchwarzwurzeln

Musikkabarett mit
Clemens - Peter Wachenschwanz

Wer Clemens-Peter Wachenschwanz kennt, weiß: hier gibt´s keine schwarzbraune Haselnuß, keine Schwarzwälder Kirschtorte und keine schwarzbunte Kuh auf dem Eis.

Egal, ob Sie nun schwarzsehen oder schwarze Zahlen schreiben - Sie sollten sich in keinem Fall schwarz ärgern!

Darum: Auf zum bluesblanken SCHWARZWURZELN mit Kabarettist Clemens - Peter Wachenschwanz!

 

Leipziger Volkszeitung am 16.06.2007
Knuts schwarze Seele

Feinsinnig blickt Clemens-Peter Wachenschwanz im Frosch-Café auf die andere Seite so mancher Medaille

Ein bissel dreckig, ein bissel artig, und wenn man sie schält, wird man klebrig – so beschreibt Clemens-Peter Wachenschwanz das urige Gemüse, das seinem neuen Programm den Titel verleiht: „Schwarzwurzeln“ hatte am Donnerstag im Frosch-Café Premiere.
Wuchtig greift der Alleinunterhalter in die Tasten des Klaviers, an dem er zwei Stunden lang seinen nicht unwichtigen Ideen zum Thema musikalisch Ausdruck verleiht. Da geht es um Schwarzfahrer, Schwarzseher, schwarze Zahlen und die schwarze SLVZ Foto:  Wolfgang Zeyeneele von Knuddel-Knut – kein Gärtnerlatein also, versteht sich. Vielmehr kreisen die in schmissigen Liedern dingfest gemachten Gedanken um alles, was nicht ganz blütenrein ist.
Wenn der Künstler zwischendurch aufsteht, um sich die Beine zu vertreten, spinnt er den Faden fort von den Rabeneltern zu den Kuckuckskindern und landet ganz beiläufig, scheint’s, beim ewigen Thema Mann und Frau. Wohltuend setzen sich die intelligenten Betrachtungen von den großklappigen Plattitüden ab, die man sonst so hört. Wachenschwanz vertraut uns gestenreich seine bescheidenen Lebensweisheiten an, die zu den Höhepunkten des Abends gehören. Ebenso wie ein mit Wodka rau gespülter und mit echt slawischer Seele gegurrter russischer Gassenhauer – mit den „Schwarzen Augen“ begeistert Wachenschwanz das Publikum vollends.
Auch als Musiker hat er was zu bieten: Nicht nur variieren seine Tastenkünste bis hin zum satten Blues, er wartet auch mit vokalistischen Schmeckerchen auf, entfaltet ein dröhnendes Bill-Ramsey-Timbre oder ahmt eine quäkende Jazztrompete nach.
An einigen Stellen zieht es sich ein bisschen, gerät der Spagat zwischen Gartengemüse und weltläufigem Philosophieren etwas angestrengt, aber alles in allem kann man einen Abend voller Feinsinn und Humor genie- ßen. Wer noch wissen will, was ein Schwarzträumer im Schlaf Bö- ses ausbrütet, sollte sich auf den Weg ins Frosch-Café machen. Es lohnt sich.                             Juliane Lochner