Hau weg...Hau weg den Clown...

Sonya Martin und Heinrich Kus
Regie: Peter Wilczynski 

Ein kabarettistisches Theaterstück mit viel Musik
für Groß und Klein von Heinz Klever

Empfohlen ab 4 Jahre bis nach der Rente Spieldauer: 60 Minuten

Fantasie ist gut. Fantasie ist wichtig. Aber alles in der richtigen Menge. Der Clown hat einfach zu viel davon. Deshalb fliegt er aus dem Zirkus, es klappt nicht mit dem Kellnerjob und auch die Stelle als Steuermannslehrling auf Käpt'n Hansens Fischkutter ist nicht von Dauer.
Alexander, der beste Freund des Clowns, von Beruf Zirkuselefant und ebenfalls arbeitslos, hat es da schon leichter. Er weiß, was er werden will: Mundharmonikaspieler.

"HAU WEG DEN CLOWN" ist keine Geschichte im herkömmlichen Sinne. Auf muntere, komödiantische und hintersinnige, eben kabarettistische Art schildert sie das Schicksal eines Clowns, der aus dem Zirkus entlassen wird und nun dem täglichen Überlebenskampf gegenüber steht.

Das mit vielen aktuellen Anspielungen gespickte Stück ist für Kinder gut verständlich. Die Lieder aus dem Stück lassen sich kinderleicht mitsingen und die Handlung nachspielen und weiterspinnen. Somit ergibt sich reichlich Gesprächsstoff für die Diskussion nach der Vorstellung, mit den beiden Schauspielern Sonya Martin und Heinrich Kus.

Sonya Martin spielt den Clown, Heinrich Kus alle anderen: Den Direktor, den Punk, Käpt'n Hansen, den Banker, Alexander und viele mehr.
 

Heinz Klever (neu besetzt...)Rote Nase sucht Job  Leipziger Volkszeitung vom 17. November 2005
Die Automatisierung, Fluch und Segen unserer Zeit, bedroht den Zirkus. Vollautomatische Elefanten, Popcorn- und Getränkeausgabe rechnergesteuert und bequeme Bezahlung per Chipkarte. Wer braucht da noch einen altmodischen Clown, der Trompete spielt und dabei auf dem Hochseil läuft? Sein berufliches Schicksal scheint besiegelt. Er wird "freigesetzt", wie es so schön im Wirtschaftsdeutsch heißt. Die Agentur für Arbeit empfiehlt eine Umschulung zum Kellner. "Hau weg den Clown" ist der Name des Stückes, und zur Leipzig-Premiere in der Pfeffermühle erlebten große und kleine Menschen eine bezaubernde, unterhaltsame Stunde mit Sonya Martin und Heinz Klever. Heinz Klever, Autor des Stückes, spielte nicht nur den Zirkusdirektor, sondern auch alle anderen Menschen und Tiere, denen seine Ehefrau Sonya Martin als Clown begegnet. Wie Elefant Alexander, der Mundharmonikaspieler werden möchte, oder Kapitän Hansen, bei dem der Jobsuchende zum Steuermann umschulen soll. Klavier und Schlagzeug spielt Klever auch, denn Regisseur Peter Wilczynski setzt auf viel Musik. Das Berufsleben stellt unerfüllbare Ansprüche an jene, die mit Leib und Seele wie ein Clown sind. Der Weg vom Zirkus über das Arbeitsamt bis in den Bauch des großen Blubberwals und zurück unterhält Kinder und Erwachsene gleichermaßen, wenn sich auch die Lacher mitunter auf unterschiedliche Szenen verteilen. Die kabarettistischen Seiten des Theaterstücks kommen vor allem bei den Großen an, die clownesken Einlagen besonders gut bei den Kleinen. Und als der Clown am Ende wieder die Agentur für Arbeit aufsucht, erlebt er eine schöne Überraschung. Zu schön, um sie hier zu verraten.      Markus Wittpenn

Clown ohne (Spaß-)Gesellschaft Leipziger Volkszeitung vom 10. November 2005
Der Herr Direktor bittet den Clown zu sich. Der Clown ist von den Socken: Der Herr Direktor ... bittet! Das dicke Ende folgt auf dem Fuße: Der Herr Direktor feuert den Clown. Weil der Spaßmacher mit der roten Knollennase noch alles per Hand macht und mit Fantasie. Von Hightech keine Spur. Deshalb fliegt auch Zirkus-Elefant Alexander: Das Schwergewicht wird durch eine elektronische Attrappe ersetzt. Heinz Klever ist der Direktor und sitzt eingangs am Klavier, mit schwarzem Zylinder und dunklem Jackett. Klever ist auch Banker, Fischkutter-Kapitän, Elefant und ein Dutzend Figuren mehr. Der Clown bleibt immer Clown, in dem bunten Kostüm steckt Klevers Frau Sonya Martin. Ein "wanderndes" Schauspielerpaar - nach Stationen wie Köln, Hannover, Hamburg oder Berlin sprang er im August 2004 als Gast in der Pfeffermühle ein. Sie folgte nach, zusammen brachten sie im Kabarett am Thomaskirchhof im Sommer dieses Jahres ein Duo-Programm heraus. Inzwischen in Plagwitz sesshaft geworden, proben sie nun ein kabarettistisches Theaterstück für Groß und Klein. "Hau weg den Clown" hat am 13. November Premiere.Das Stück hat Klever selbst geschrieben, schon 1992 war in Köln Premiere, aber es wird laufend aktualisiert. Aus dem Arbeitsamt von damals beispielsweise ist die Bundesagentur für Arbeit geworden. Dort muss sich der Clown melden, dort bekommt er Jobs zugewiesen, mit denen er nichts anfangen kann. Illusion trifft auf Wirklichkeit. Peter Wilczynski (Regie, Licht, Ton) meint: "Der Clown ist ein Mensch, der sich nicht verbiegen lässt. Der auf seinHerz hört. Die Gesellschaft dagegen möchte ihn so zurecht stutzen, wie sie ihn gerade braucht." Insofern sähen Erwachsene vermutlich mehr hinter dem Spiel als Kinder, ergänzt Klever, der die Botschaft des Stücks aber nicht in philosophischen Höhen angesiedelt sehen will.Gedacht sind die gut 60 Minuten mit vielen Gags und viel Musik (live oder Halbplayback), mit Tanz und Slapstick ohnehin für Kinder ab acht Jahren. Deshalb bietet das Duo auch an, mit dem Programm in die Schulen zu kommen. Technisch kein Problem, gespielt wird mit viel Hingabe, aber wenig Requisiten. Für Elefant Alexander genügt eine graue Mütze und ein Staubsaugerschlauch als Rüssel. Heinz Klever: "Weil wir mit ganz einfachen Mitteln arbeiten, spielen die Kinder zu Hause oft ganze Szenen nach. Das haben uns Eltern erzählt."    Bernd Locker

Aus dem Bauch heraus - Heute: Sonya Martin und Heinz Klever (Kabarettisten)  Sachsensonntag 2005
Sie haben bereits auf vielen deutschen Bühnen gespielt, jetzt haben sie die "Bretter" der Leipziger Pfeffermühle entdeckt. Und die Kabarettisten Sonya Martin und Heinz Klever fühlen sich in der Messestadt pudelwohl. Die Menschen in Leipzig sind sehr offen. Diese Mentalität liegt uns", freut sich Sonya Martin, für die Leipzig bereits die elfte "Schauspiel-Station" ist. "Als Schauspieler ist man immer auf Reisen. Das gehört einfach dazu."

Seit zwei Monaten sind beide nun schon in der Stadt, heute (ab 18 Uhr) präsentiert sich das Duo mit dem Kinder-Kabarett "Hau weg den Clown" den Leipziger Kabarett-Fans. "Es geht dabei um einen Clown, der entlassen wird und einen neuen Job sucht", erklärt Heinz Klever, der das Stück selbst geschrieben hat. Bis heute haben die beiden Schauspieler fieberhaft an dem Stück geprobt. Denn auch wenn beide schon seit vielen Jahren auf der Bühne stehen, Routine ist das Schauspielern längst noch nicht. Vier Stunden stehen sie täglich auf der Bühne und lernen Texte, proben Passagen oder sprechen gemeinsam mit dem Regisseur Peter Wilczynski die Abläufe durch.
Faszination "Kabarett"
Das Schauspieler-Paar ist sowohl auf der Bühne als auch im Privatleben ein eingespieltes Team. Während Sonya Martin über eine abgeschlossene Schauspiel, Tanz- und Gesangs-Ausbildung verfügt, hat sich Heinz Klever alles selbst beigebracht. "Vorgegebene Choreografien sind mir ein Gräuel. Kabarett muss leben, da muss man auch mit dem Publikum spielen. Das ist der Unterschied zum Theater", meint Klever, der Klavier, Gitarre und Schlagzeug spielt. Sonya Martin, die auch die Tanz- und Gesangs-Passagen übernimmt, spielt ebenfalls lieber aus dem Bauch hersauHeinz Klever, der vor seiner Schauspiel-Karriere in vielen Bands Musik machte, entschied sich mit etwa 20 Jahren, für die "Bretter, die die Welt bedeuten". "Ich wollte mal etwas anderes, als ständig nur Musik zu machen", erklärte er seinen damaligen Entschluss. Dagegen war für Sonya Martin bereits frühzeitig klar, dass die Bühne ihr Zuhause wird. "Ich hatte als Kind jeden Tag einen anderen Lieblingsberuf. Da hat meine Mutter gesagt, werd' doch Schauspielerin. Da war ich zehn und der Beruf stand fest", schmunzelt die Kabarettistin, die gern mit Jugendlichen zusammenarbeitet. "Für mich ist es wichtig, dass ich Jugendliche mit meiner Faszination für das Theater anstecke." Derzeit ist sie in der Pfeffermühle dabei, eine Jugend-Kabarettgruppe aufzubauen. Ihren Sohn Vincent konnten Sonya Martin und Heinz Klever noch nicht so richtig begeistern. "Der spielt Football und ist ein richtiger Computer-Freak. Das ist nicht schlimm, er soll etwas Vernünftiges lernen", sagt Heinz Klever mit einem verschmitzten Lächeln. Wenn Sonya Martin und Heinz Klever nicht auf der Bühne stehen, ist für beide Ausspannen angesagt. Der Sonntag steht dann ganz unter dem Motto: "Einen Tag das Leben schwänzen!" Ausschlafen, lang und ausgiebig frühstücken und ein gutes Buch lesen stehen dabei auf dem Programm. Es sei denn, es steht ein Auftritt an. So wie heute Nachmittag in der Pfeffermühle.   Andreas Wendt