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MIR SINN UN MIR BLEIM
der große Lene Voigt Abend mit Jürgen Fliegel und Bernhard Biller
Die ausgeprägte Beobachtungsgabe der Lene Voigt und ihre heiter-liebevolle Beschreibung wird deutlich z.B.: in der Vorfreude auf das Theater, in der Straßenbahn, in den
Wortkapriolen der Bietschen und der Zietschen.
Lene Voigt die große Dame des sächsischen Kabarett's schrieb diese herrlichen Texte und erfand so manche berühmte Figur. So kommen im
1. Teil die verschiedensten Personen auf die Bühne und Singen und Spielen sich nicht nur in ihr Herz. Im 2. Teil als Krönung des Abends erleben wir de Biedsch'n und de Ziedsch'n in Hochform,
zwei liebenswerte Leipziger Originale amüsant in Szene gesetzt von Jürgen Fliegel und Bernhard Biller
Dies und vieles andere mehr können Sie in “Mir sinn un mir bleim” genießen.
Es wird ein Bogen gespannt von gemütlich dahin gesungenem zu übermütigem Ulk, auch
herzbewegend Dramatisches und humorige Texte sind zu erleben.
Kontakt über die mail@leipziger-frechheit oder direkt über Jürgen Fliegel jue-flie@web.de
© Leipziger Volkszeitung vom Mittwoch, 1. Juni 2005
Sie sind und sie bleiben
Wenigstens die alten Jalousien konnten aus der ehemaligen Spielstätte gerettet werden. Sie finden jetzt als Banklehne in der Küche
von Jürgen Fliegel Gebrauch, "als Erinnerung, sozusagen", so der Schauspieler des ehemaligen Ensembles.
Hilfe von oben war dem letzten verbliebenen Kirchentheater Deutschlands, der Leipziger Spielgemeinde, besser bekannt unter dem
Namen Theater K, leider nicht beschieden. Ende 2004 wurde der Spielbetrieb nach immerhin 53 Jahren eingestellt: Die evangelische Landeskirche konnte kein Geld mehr zur Verfügung stellen.
Mit dieser Situation wollte sich das Ensemble allerdings nicht zufrieden geben. "Wenn man seinen Arbeitsplatz verliert, ist man
natürlich nicht glücklich. Aber man muss das Beste daraus machen, eine Krise auch als Chance sehen", sagt Jürgen Fliegel. So wurde
aus dem Theater K die Theaterkompanie/Spielgemeinde, der alte Name darf aus rechtlichen Gründen nicht weitergeführt werden.
Natürlich habe Fliegel auch nachgedacht, was ganz anderes zu machen, aber "was ganz anderes" würde vermutlich gar nicht zu ihm
passen, gehört doch sein Herz der Schauspielkunst: "Mich interessiert nun mal nur Theater".
Die neue Theaterkompanie besteht gerade mal aus vier Leuten, drei Schauspielern und einem Techniker. Verwaltung und
Organisation, das heißt Tourneeplanung, Internetauftritt, Werben um Sponsoren etcetera, teilen sich die drei Mimen. Ihr monatliches
Einkommen ist nicht gerade das, was man stabil nennt. "Wir finanzieren uns durch Arbeitslosengeld, so wie es die meisten
freischaffenden Schauspieler machen", sagt Jürgen Fliegel. Er rechnet mit 60 Vorstellungen in diesem Jahr. Für diese Zeit meldet man
sich vom Arbeitsamt ab. Die Theaterkompanie ist darauf angewiesen, Tourneen zu spielen. "Das ist das, wovon man einigermaßen leben kann".
Unterstützung erhält das geschrumpfte Ensemble, das vor fünf Jahren immerhin noch zwölf Köpfe zählte, durch den Theaterverein K.
Dieser gründete sich Anfang des Jahres und hat mit Thomaskantor Georg Christoph Biller ein prominentes Vorstandsmitglied. So
folgen dem Stück "Der wohltemperierte Bach" bald "Hudeleien mit Bach".
Die Spielstätte in der Otto-Schill-Straße 7 ging, Requisiten inklusive, in die Hände des Evangelischen Schulzentrums über und bleibt
so zumindest als Theaterraum erhalten, muss allerdings für Aufführungen der Theaterkompanie angemietet werden. Heute feiert
Jürgen Fliegel mit "Mir sinn un mir bleim" sein 25-jähriges Bühnenjubiläum. Felicitas Ernst
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