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Panorama

Ming Cheng Tea for Two

mit Ming Cheng
und
Jenny Lübke am Piano

Richtig aufgießen und ziehen lassen ist eine Kunst, die der Chinese Ming Cheng natürlich perfekt beherrscht. In seinem Programm dreht es sich aber eher um die Liebe und um die damit verbundenen Freuden und Leiden. Sei es schwungvoll wie in „Hello Dolly“ und „I´m singing in the rain“ oder melancholisch wie in „Merci, cherie“ von Udo Jürgens. Ming Cheng verbindet nicht nur Kulturen, er kombiniert auch Liebesliedern aus  seiner Heimat mit Rumbarhythmen und präsentiert natürlich Schlager der 20er und 30er Jahre, für die Ming Cheng bekannt geworden ist. Tatsächlich gelingt ihm dabei auch noch der Spagat zu aktuellen Themen wie Schweinegrippe oder Viagra. Es gibt also alles, was das Herz begehrt!

 

 1981 in einer kleinen Stadt in der chinesischen Provinz Anhui geboren, lebt Ming Cheng seit acht Jahren in Leipzig. Mit jedem seiner Konzerte wächst die Zahl seiner Bewunderer.

Was die Konzerte von Ming Cheng so einmalig macht, können Sie hautnah im Frosch erleben. Französische und Deutsche Chansons werden von ihm mit außergewöhnlicher Stimme und Charme dargeboten. Ungewöhnlich, heiter und berührend.

 

 LVZ am 29.02.2008

Der Chinese, der das R spricht, singt und rollt
Ein neuer Publikumsliebling: Ming Cheng im Frosch-Café

Leipzig hat einen neuen Publikumsliebling: Ming Cheng. Der Informatikstudent und Sänger demonstrierte am Mittwochabend im Frosch-Café, wie unterhaltsam ein Liederabend sein kann. Natürlich und selbstbewusst interpretiert er Chansons und Schlager von Marlene Dietrich und Hildegard Knef, von den Comedian Harmonists und Max Raabe, aber auch Texte von Brecht und Goethe.
Und von wegen Chinesen könnten kein R sagen – Ming Cheng spricht, singt und rollt es, als wäre er den Goldenen Zwanzigern entsprungen. Im Frack steht er auf der Bühne, einen Zierstock in der Hand und spielt souverän mit seiner Stimme. Der klitzekleine chinesische Akzent verstärkt die Wirkung noch. Ebenso die lockere, intelligente Moderation. Cheng stellt die Lieder vor, sagt etwas zu den Sängerinnen und Sängern der Originalversionen und bietet so Kultur im besten Sinne.
„Was ist man ganz ohne Liebe“, fragt der Entertainer seine Pianistin Conny Schäfer. „Woher soll ich das wissen“, entgegnet die. Dann fordert er das Publikum auf, ein chinesisches Lied nachzusingen. Die Leute versuchen sich tapfer, aber es ist nur ein Test. „Muss i denn, muss i denn zum Städtele hinaus“ folgt, und die Männer und Frauen an den Tischen bilden einen spontanen Chor. Elvis hat seine Fans einst auch mit genau diesem Lied gefangen genommen!
Und wie der große Rock’n’Roller verfügt Ming Cheng über eine komödiantische Ader. So hält er sich die Nase zu, um ein Grammophon zu imitieren. Und in der „Bierchenpause“, wie er sie nennt, mischt sich der Mann von der Bühne unter die Gäste, bekommt Komplimente, muss gar Autogramme geben, um anschließend noch einmal alle Register zu ziehen.
Auf Conny Schäfers „New York, New York“-Variante – die Frau gibt Klavier- und Gesangsunterricht – pfropft er gekonnt und überraschend Max Raabes Hit „Kein Schwein ruft mich an“. Und in der Zugabe erklingt ein Countertenor-Part aus „Carmen“; im Duett mit seiner Begleiterin erklärt Ming Cheng, dass „Die Liebe vom Zigeuner stammet“. Das Publikum will seinen neuen Liebling nicht gehen lassen, und der verspricht: „Ich sag’ nicht Adieu, nur Auf Wiederse- hen …“ Bert Hähne